227 Km
Am 10.08 hatten wir uns in Pasing verabredet, um mit Bahn und Busnach Lech zu starten. Es kam anders als geplant, der Zug nach Reutte wurde durch Schienenersatzverkehr ersetzt, somit war umsteigen in Buchloe, Kempten, Pfronten und Reutte angesagt. Immerhin waren alle Züge soweit pünktlich, dass wir den Anschluß erreichten. Der Bus von Reutte nach Lech hatte auch noch keine Fahrräder geladen, allerdings waren von 5 Halterungen 2 defekt, somit wurde das leichteste Fahrrad ohne Sicherung aufgeladen. Trotzdem kamen wir in Lech Schlosskopf mit allen Rädern an. Nachdem die Diskussion ob wir uns die Buskosten von 26 € p/P sparen wollen, abgeschlossen war, teilte uns der Busfahrer mit, dass er keine Fahrräder transportiert. Da wir die Freiburger Hütte gebucht hatten, blieb uns nichts anderes übrig als die 15 km und 620 Hm hochzustrampeln. Sogar die 2 E-Biker kamen ausser Puste, unsere Biobiker kann ich nur bewundern. Die geteerte Straße verläßt man nach der Buswendeschleife und es geht erst abwärts, dann in einer großen Schleife rund um den extrem leeren Formarinsee herum hinauf zur Freiburger Hütte.
Dort wurden wir schon erwartet, um 6 Uhr gab es Abendessen. Die Alternativen, ein 3-Gang-Menue als Halbpension für 50€ oder Spaghetti mit und ohne Fleisch für 18 € und das dazugehörige Frühstück für 12 €. Die Bolognaise hat uns sehr gut geschmeckt und danach genossen wir den Abend auf der Terrasse bis es zu tröpfeln begann. Über den Lechtalern zog ein hefiges Gewitter auf, die Blitze zuckten nur so vom Himmel. Am nächsten Morgen war der Spuk vorbei und die Sonne lachte uns wieder entgegen. Den ungeteerten Teil des Rückweges legten wir nach dem Frühstück teils schiebend zurück und auf der Straße nach Lech fiel uns wieder auf, wie steil der Aufstieg war. Die Räder rollten jedenfalls ziemlich flott den Berg hinunter, vorbei an der Mautstelle bis Lech. Von hier aus mußten wir uns die Straße auch noch mit den Autos teilen um über Warth nach Steeg, teilweise wirklich abschüßig - der Lech fließt hier ca 400 Meter tiefer, und ohne Leitplanken - insgesamt mehr als 1000 Höhenmeter abzufahren. In Steeg stiegen wir in der Pension Moosbrugger ab. Wir waren viel zu früh an unserem Bestimmungsort, so daß wir es uns in der einzigen Eisdiele, mit Eis aus nicht pasteurisierter Milch, gutgehen ließen. Ein sehr gutes Abendessen folgte dann im Schwarzen Adler. Jeden Dienstag Abend findet ein open Air Konzert am Markplatz statt. Wir staunten nicht schlecht, als die Kapelle mit mehr als 30 Musikern einzog und uns für 1,5 Stunden unterhielt. Dann konnte uns auch der gute Marillenschnaps nicht mehr von der Bettkante fernhalten. Das Frühstück am nächsten Morgen ließ keine Wünsche offen, einzig der Orangensaft war leider aus. Die ersten Kilometer fuhren wir direkt am Wanderweg den Lech entlang, bevor wir dann auf den super gekennzeichneten Lechradweg einbogen. Der einzige Radweg der an einer ursprünglich erhaltenen Flußlandschaft entlang führt, beeindruckte uns immer wieder, jede Brücke sah anders aus und es standen viele Holzschaukeln und Bänke entlang des Weges. Fast alle Bauern waren damit beschäftigt Gras zu mähen oder das Heu zu wenden. Es roch fabelhaft. Gegen Ende der Etappe kamen wir noch an einer Hängebrücke vorbei, diese wurde uns, als nur für Flachlandtiroler schwierig beschrieben. Kurz danach querten wir die Grenze und kamen zum Füssener Lechfall. Unser Hotel Rosengarten lag etwas außerhalb und war deshalb recht ruhig. Am Abend kehrten wir noch in das quirlige Füssen zurück, um im Aquila gut zu speisen. Unser nächstes Frühstück konnten wir im Freien auf der Terrasse einnehmen mit einem tollen Blick nach Hochfüssen und dem Säuling. Kurz nach dem Start durften wir schon im Forggensee eine Badepause einlegen. Von hier aus ging es weiter, immer dem stilisierten "L" folgend, mal mehr, mal weniger nah dem Lech entlang bis zur ersten Staustufe. Hier wird der Lech breiter und verliert seinen wilden Charakter. Bergauf und Bergab ging es zu unserer nächsten Unterkunft im Fuchstal, Haus Hohenwart. Diese liegt sehr zentral direkt an der Bundesstraße. Wir wurden morgens mit hausgemachten Spezialitäten verwöhnt, bevor wir dann unseren Heimweg Richtung Diessen einschlugen. Wir pilgerten noch nach Maria Schmerzen in Vilgertshofen und bewunderten die Barockkirche. Da jeder Bauernhof, der was auf sich hält, eine eigene kleine Kapelle baut, sahen wir noch Viele am Wegesrand. Die schottischen Hochlandrinder werden hier auch im Freien gehalten. Von Diessen brachte uns der Schaufelraddampfer über den Ammersee nach Herrsching und die S-Bahn wieder zurück nach Hause.





























